Die Schubartzelle(n) im Schubartturm

Schubart verbrachte das erste Jahr seiner Haft - vom 23. Januar 1777 bis zum 03. Februar 1778 - in einer kargen Zelle im Schubartturm. Der Turm stammt aus der mittelalterlichen Festungsanlage. Er ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Allgemein wird ein nur vom oberen Wall von der Ostseite des Turms her zugänglicher Raum als die Schubartzelle bezeichnet. Eine niedrige Holztür führt in einen ca. 20 Quadratmeter großen dunklen gewölbten Raum. Der Boden besteht aus schweren ausgetretenen Holzbohlen. An der Wand gegenüber der Eingangstür steht ein alter verrosteter Ofen aus dem 18. Jahrhundert. Links daneben ist ein kleiner eiserner Ring in die Wand eingelassen.

Seit einiger Zeit bestehen allerdings berechtigte Zweifel, ob Schubart wirklich in diesem Raum inhaftiert war. Der frühere Vollzugsleiter des Justizvollzugskrankenhauses, Wolfram Müller, hält aufgrund seiner gründlichen Forschungen und Überlegungen den unter der üblicherweise als Schubartzelle bezeichneten Raum für die wirkliche Schubartzelle. Dieser Raum ist heute schwer zugänglich. Er ist nur über eine ca. 6 Meter lange Leiter vom Innenhof der Festung begehbar.

Bis Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts führte vom Innenhof östlich vom Turm eine Holztreppe zu einem Felsvorsprung, über den man seitlich die untere Schubartzelle erreichen konnte. Treppe und Felsvorsprung wurden Mitte der 50er Jahre beim Bau des neuen Wirtschaftsgebäu-des beseitigt.

Seit dem Brand 1638 war die obere "Schubartzelle" im obers-ten Stockwerk des Turms. Der heute noch bestehende Aufbau stammt von 1886/87 und beinhaltet einen Wasserbehälter. 

Schubart während seiner Haft (Holzstich um 1840)

Blick aus dem Fenster der wirklichen Schubartzelle

Schubartturm (Holzstich um 1860)