Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

"Schauer fuhr durch mein Gebein, als sich der Asperg vor mir aus einem blauen Schleier enthüllte. "Was wird dich dort erwarten?" dachte ich, als der Wagen bereits vor der Festung anhielt."

Diese Zeilen schrieb Schubart, als er 1777 auf dem Hohenasperg inhaftiert wurde. Herzog Karl Eugen hatte ihn aus Verärgerung über seine spitze Feder nach Blaubeuren gelockt, um ihn auf württembergischem Gebiet verhaften zu können. In seiner politischen Zeitschrift "Teutsche Chronik" hatte Schubart u. a. den Jesuitenorden und die fürstlichen Willkürherr-scher angegriffen. Er setzte sich für die Freiheit der Menschen und für republikanische Ideen ein. Bei seiner Verhaftung sagte Schubart: "Ich hoffe, man werde mich nicht ungehört verdammen."

Diese Zeilen schrieb Schubart, als er 1777 auf dem Hohenasperg inhaftiert wurde. Herzog Karl Eugen hatte ihn aus Verärgerung über seine spitze Feder nach Blaubeuren gelockt, um ihn auf württembergischem Gebiet verhaften zu können.

In seiner politischen Zeitschrift "Teutsche Chro-nik" hatte Schubart den Jesuitenorden und die fürstli-chen Willkürherrscher angegriffen. Er setzte sich für die Freiheit der Menschen und für republikanische Ideen ein.

Bei seiner Verhaftung sagte Schubart: "Ich hoffe, man werde mich nicht ungehört verdammen."

Der Herzog hielt Schubart ohne rechtskräftiges Urteil bis 1787 auf dem Hohenasperg fest. Während des ersten Haftjahres war er im heutigen Schubartturm in Einzelhaft. Der Herzog hatte allerdings mit seinem Versuch einer absolutistisch begründeten Gehirn-wäsche anfangs wenig Erfolg.

Später war Schubart im Arsenalbau untergebracht. Er schrieb u. a. das Gedicht "Die Fürstengruft" und die Lieder "Deutsche Freiheit" und das "Kaplied".

Im Jahre 1781 schrieb Schubart das Gedicht "Die Forelle". Er vertonte es auch. Später komponierte Schubert zu Schubarts Text eine neue Melodie, die vielen bis heute bekannt ist.

Im November 1781 besuchte Schiller Schubart auf dem Hohenasperg. Nach dem Besuch soll Schiller gesagt haben:

"Ein gefangener Mann, ein armer Mann." 

Schiller lies sich von einer Abhandlung Schubarts beim Schreiben von "Die Räuber" inspirieren.

Als er im September 1782 aus dem Einflussbereich des Herzogs heimlich nach Mannheim floh, hat er das sicherlich auch unter dem abschreckenden Eindruck der Inhaftierung Schubarts getan.

Nachdem der preußische Hof die Freilassung Schubarts befürwortete konnte die Geliebte und spätere Frau des Herzogs, Franziska von Hohenheim, im Mai 1787 in ihr Tagebuch schreiben: "... nach dem Mittagessen ging es auf den Asperg, wo der Herzog ... mir das Vergnügen tat, dem Schubart seine Loslassung ankündige zu dürfen ...". 

Der literaturgeschichtliche Hauptvertreter der Sturm-und-Drang-Zeit war geläutert und gebrochen. Die in "Vaterlandschronik" umbenannte "Teutsche Chronik" war nun ein gemäßigtes Blatt, das in der herzoglichen Druckerei hergestellt wurde. Schubart arbeitete nun als Musik- und Theaterdirektor am stuttgarter Hof des Herzogs.

      Die Verhaftung Schubarts       (aus "Leben und Gesinnungen", 1793)

Die Forelle in der Vertonung von Schubart

Schiller besucht Schubart auf dem Hohenasperg

Hermann Hesse schrieb später über Schubart: "Jene Zeit war voll von Genies, es war die Zeit eines geistigen Pubertätsrausches, die Zeit der Lenz, Miller, Klinger und des jungen Goethe. Aber keiner von ihnen hat diese Durchtränktheit eines vergeudeten Lebens, hat diese heftige Tragik des genialen Amokläufers gegen Philistertum und Alltag. All dies, in Schubarts Gedichten nur zu fragmentarischem Ausdruck gediehen, glüht unverwelklich in der Legende seines armen, wilden verstürmten Lebens, in dieser Legende vom strahlend aufleuchtenden, schnell verloderten, traurigen verluderten Genius."